Wenn ein Mensch stirbt und es zwar Nachbarn, Freunde, Bekannte, aber keine Angehörigen gibt, ordnet das Gesundheitsamt eine Bestattung an, deren Kosten dann übernommen werden. Wir sorgen dafür, dass es trotzdem für Nachbarn, Freunde und Bekannte eine Möglichkeit gibt, von dem Verstorbenen Abschied zu nehmen.
Die Trauerfeiern für Verstorbene ohne Angehörige finden in der Regel am zweiten Dienstag im Monat um 14 Uhr in der Geestemünder Friedhofskapelle (Feldstraße) statt. An den Urnen, die zur Trauerfeier in der Kapelle aufgebahrt werden, stehen die Namen der Verstorbenen. Es soll deutlich werden: Auch wenn diese Menschen am Ende ihres Lebens keine Angehörigen mehr hatten, hatten sie wie alle anderen Menschen auch ihre Lebensgeschichte und ihre einzigartige Persönlichkeit. Meistens erfahren diejenigen, die die Trauerfeier leiten, nicht viel von ihrem Leben, in einigen Fällen sogar gar nichts, aber das ist nicht schlimm: Es geht um die Geste, die Namen der Verstorbenen zu nennen, und darum, die Möglichkeit zu geben, sich von ihnen zu verabschieden. Einsamkeit nimmt in unserer Gesellschaft zu, gerade auch vor diesem Hintergrund sind die Trauerfeiern für Verstorbene ohne Angehörige so wichtig.
Am Donnerstag vor der Trauerfeier findet um 18 Uhr das Trauergespräch im Gemeindehaus an der Marienkirche (An der Mühle 12) statt. Eingeladen sind alle, die die Verstorbenen kannten, z.B. Nachbarinnen und Nachbarn und frühere Weggefährten. Mit einer Anzeige in der Nordsee-Zeitung wird auf das Trauergespräch hingewiesen. Je mehr wir über die Verstorbenen und ihr Leben erfahren können, um so persönlicher können wir die Trauerfeiern gestalten, daher sind wir allen Teilnehmenden sehr dankbar. Und viele, die an den Gesprächen teilgenommen haben, sagen, dass es gutgetan hat, sich an die Verstorbenen zu erinnern und von ihnen zu erzählen.